David Lynch erhält Filmpreis Köln

 

David Lynch erhielt den Filmpreis Köln 2010

 

Verleihung auf der 20. Cologne Conference/„Mad Men-Hauptdarsteller wurden in Köln mit dem Preis des „Hollywood Reporter“ ausgezeichnet

Der US-amerikanische Filmregisseur und Künstler David Lynch erhielt den Filmpreis Köln 2010. Die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde am 1. Oktober im Rahmen der 20. Cologne Conference (Film- und Fernsehfestival Köln) vergeben, wie die Veranstalter am Montag (13.09.) bekannt gaben. Lynch ist der vierte Träger des von der Stadt Köln, der Filmstiftung NRW und der Cologne Conference vergebenen Preises. In den vergangenen Jahren waren der US-Regisseur und Drehbuchautor Paul Haggis („L.A. Crash“, „Casino Royale“), die belgischen Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne („Rosetta“) und der polnisch-französische Filmemacher Roman Polanski prämiert worden. Polanski hatte den Filmpreis Köln 2009 nicht persönlich in Empfang nehmen können, weil er am Tag vor der Verleihungszeremonie in Zürich verhaftet worden war. Lynch will am Tag der diesjährigen Preisvergabe in einem Werkstattgespräch auch über seine aktuellen Projekte als Fotograf und Maler berichten. Der Preis wird für „außergewöhnliche Leistungen in der Grammatik und Poetik der audiovisuellen Medien“ vergeben und soll Filmschaffende auszeichnen, die auf eigenwillige Art die Filmsprache geprägt haben.

Die Cologne Conference war vor 20 Jahren mit einer Vorab-Präsentation von David Lynchs Mystery-Fernsehserie „Twin Peaks“ gestartet, die dann in Deutschland bei RTL lief. Wie die Cologne Conference zur Begründung der Auszeichnung mitteilte, habe sich Lynch „stets mehr als ‚visual artist’ denn als konventioneller Filmregisseur verstanden“. Es gebe „nur wenige Filmemacher der vergangenen Jahrzehnte, deren Name sofort und bei einem Millionenpublikum Erinnerungen an einem bestimmten Stil des filmischen Ausdrucks“ hervorrufe. Zudem habe Lynch medienübergreifend mit Kinofilm, Fernsehen, Internet und bildender Kunst gearbeitet und sei „wohl der ideale Kandidat“ für die Bestimmung des Filmpreises Köln. David Keith Lynch, am 20. Januar 1946 als Sohn eines Agrarwissenschaftlers in Missoula/Montana geboren, hat mit Meisterwerken wie „Der Elefantenmensch“, „Blue Velvet“ oder „Lost Highway“ Weltruhm erlangt. Für seine eigentlich als Fernsehserie für den US-Sender ABC begonnene Arbeit „Mulholland Drive“, die dann zu einem Kinofilm montiert wurde, erhielt er 2001 in Cannes den Regiepreis. Lynch gilt als Bewunderer der Kunst- und Museumsstadt Köln, und hatte 2009 eine Einzelausstellung als Maler im Max-Ernst-Museum im nahegelegenen Brühl.

Hollywood Reporter Award“ für Jon Hamm und Elisabeth Moss

Die Cologne Conference konnte zu ihrem Jubiläum mit weiteren internationalen Stargästen aufwarten. Den Preis des einflussreichen US-Fachmagazins „The Hollywood Reporter“ erhielten in Köln mit Jon Hamm und Elisabeth Moss die Hauptdarsteller der Erfolgsserie „Mad Men“, die im Milieu einer amerikanischen Werbeagentur der 1960er Jahre spielt. „Mad Men“ ist besonders durch die präzise stilisierte Ausstattung und das zeitadäquate Spiel der Hauptakteure bekannt geworden. Diese wurden zuletzt in den USA auch als Mode-Ikonen gehandelt. Hamm hatte für seine Rolle des Don Draper in „Mad Men“ 2008 den „Golden Globe“ erhalten. Die Cologne Conference präsentierte die erste Folge der zweiten Staffel von „Mad Men“ in Anwesenheit der Hauptdarsteller gemeinsam mit FOX und ZDFneo am 30. September um 20.00 Uhr im Kölner Cinedom.

Die weiteren Preisträger waren Ulrike Müller, die mit dem Deutschen Casting-Preis 2010 ausgezeichnet wurde sowie David Simon, der für seine neue Serie „Treme“ den TV Spielfilm-Preis erhielt und in der Lecture „Zwischen Warhol and The Wire“ über seine Arbeit als Autor und Produzent sprach.