Filmpreis Köln

Filmpreis Köln an Lars von Trier

Der Filmpreis Köln wird von der Film- und Medienstiftung NRW und der Stadt Köln gestiftet.

Mit dem Filmpreis Köln wird in diesem Jahr mit Lars von Trier einer der bedeutendsten europäischen Filmregisseure der Gegenwart geehrt.
„Meine Familie hatte sehr genaue Vorstellungen von Gut und Böse, von Kitsch und guter Kunst. Mit meiner Arbeit stelle ich all das in Frage. Ich provoziere nicht nur die anderen, ich erkläre mir, meiner Erziehung, meinen Werten, auch ständig selbst den Krieg“ sagte von Trier 2005 in einem Interview der Wochenzeitung Die Zeit. Ein gutes Beispiel für diesen „Krieg“ gegen sich selber war die Pressekonferenz zu „Melancholia“ bei den Filmfestspielen von Cannes im Jahr 2011. Mit Sätzen wie „Ich bin ein Nazi“ – ein Witz auf die Herkunft seines biologischen Vaters – löste er nicht nur einen Skandal aus, sondern wurde auch von dem Festival, das wie kein anderes seine Karriere befördert hat, zur persona non grata erklärt. Wer sich die Aufzeichnung der Pressekonferenz ansieht, wird jedoch schnell feststellen, dass alle scheinbar so provokanten Sätze entweder offensichtlich ironisch gemeint waren oder von ihm selbst sofort negiert oder zumindest relativiert wurden. Seitdem hat sich von Trier allerdings selber einen Maulkorb verpasst und spricht nicht mehr mit auf öffentlichen Veranstaltungen.
Es wäre falsch, von Trier Zynismus vorzuwerfen, wie es manche Kritiker gerne tun, er ist vielmehr ein enttäuschter Idealist – wie viele der Figuren in seinen Filmen. Erstaunlicherweise zieht er aus dieser Desillusionierung aber eine unbändige kreative Energie, die es ihm erlaubt, sich filmisch immer wieder neu zu erfinden. In dieser Hinsicht kann ihm kein anderer europäischer Regisseur das Wasser reichen.  Aktuell arbeitet Lars von Trier an einem neuen Serien-Projekt. „The House That Jack Built“ soll eine einzigartige Serie werden, wie noch keine davor – und sein bisheriges Werk legt nahe, dass diese Ankündigung vermutlich keine Übertreibung ist.

Preisträger der vergangenen Jahre:

2013     Harmony Korine
2012     François Ozon
2011     Tarsem Singh
2010     David Lynch
2009     Roman Polanski
2008     Jean-Pierre Dardenne und Luc Dardenne
2007     Paul Haggis