Werkschau Nicolas Roeg

Werkschau Nicolas Roeg

„Abandon all preconception, ye who enter here“ (Nicolas Roeg)

Zu Nicolas Roegs Don’t Look Now (dt. Wenn die Gondeln Trauer tragen) schrieb der Filmkritiker Damian Cannon kürzlich im Internet, „die Filme Roegs funktionieren, trotz ihrer selbst.“ Hier kommt die Irritation angesichts der filmsprachlich komplexen Frühwerke des britischen Regisseurs zum Ausdruck, zumal in einer Zeit, in der Filme wie der Englische Patient als Art Films in den Kinos reüssieren. Dem Regisseur Roeg könnte zudem kaum ein größeres Kompliment zuteil werden: Seit seinem skandalumwitterten Erstling Performance geht es in seinen Filmen stets um mehr als geradlinige Geschichten. Die Abgründigkeiten menschlicher Existenz, die ewige Baustelle der eigenen Identität und die rätselhafte Anatomie der Liebe zwischen Mann und Frau – das sind die fundamentalen Themen des heute 71jährigen Briten mit den traurigen Augen, von dem Liz Taylor mal gesagt hat, er habe „a jagged blackness in his soul“. Wer sich, wie er, der Entschlüsselung der condition humaine verschrieben hat, dem ist die Schonung des Zuschauers ein unmöglicher Luxus.

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