Der Fotograf

Dokumentation, 55 min, Polen/Deutschland 1998
Sonntag, 14. Juni, 18:00 Uhr, 

Director: Dariusz Jablonski
Script:
Andrzej Bodek, Arnold Mostowicz, Dariusz Jablonski
Photography:
Tomasz Michalowski
Editor:
Milenia Fiedler
Sound:
Jozef Drus
Music:
Michal Lorenc
Production Design:
Pawel Mirowski

Producer:
Dariusz Jablonski
Co-Producer:
Wolfgang Katzke
Production:
Apple Film Production in co-production with Broadcast AV, TVP, Canal+ polska, APF and in cooperation with ARTE for MDR.

Distribution:
Apple Film Production
Distribution Germany:
Broadcast AV

Selected Filmography Dariusz Jablonski: Lusttrant, 1983; Cockroaches, 1984; Help, 1985; Józko, 1985; Visit of an Elderly Lady, 1986; An Elegy for a Lady, 1989; The last Sabbath, 1990; Mondo Migliore, 1991, Bal, 1991; Artur Brauner, 1993.

1987 wird in einem Salzburger Antiquariat eine geschlossene Farbdia-Serie aus dem jüdischen Ghetto der Stadt Lódz gefunden. Urheber der Bilder war Walter Genewein, NS-Finanzleiter des Ghettos. Der polnische Dokumentarist Dariusz Jablonski konfrontierte die Farbdias, unterlegt von den peniblen Aufzeichnungen Geneweins, mit den Erinnerungen des Warschauer Publizisten und Holocaust-Überlebenden Arnold Mostowicz. Die Interviewszenen mit Mostowicz und die Aufnahmen vom heutigen Lódz wurden dabei sämtlich in schwarz-weiß gedreht. "Der Fotograf" ist auch ein Film über das Erinnern, oder vielmehr über das Kodifizieren von Erinnerungen. Die Umkehr der Konventionen (mit deutlichen Bezügen zu "Schindlers Liste") erscheint zunächst nur als Effekt, wenn die historischen Archivbilder viel plastischer und realer wirken als das distanzierte, inszenierte neue Material. Letztendlich aber entfaltet Jablonskis Formwillen eine tiefere Wirkung: der ins Museale entrückte Schrecken wird greifbar, die präzise Banalität von Geneweins Kommentaren erscheint zynisch, das Vermächtnis der Überlebenden und Wissenden dagegen kostbar und fragil.