Mergers und Übernahmen, Koproduktionen und Kofinanzierung: In der Medienindustrie hält der Globalisierungstrend an. Mehr und mehr internationale Medienunternehmen engagieren sich in Deutschland – mit höchst unterschiedlichem Erfolg. Nicht nur unbekannte Kleininvestoren, sondern auch namhafte nordamerikanische Medienunternehmen haben ihre Schwierigkeiten mit dem zweitgrößten TV-Markt der Welt, seinen kulturellen und mentalen Besonderheiten, seiner komplexen föderalen Regulierung und dem dichten Marktverhältnissen überhaupt: Neben starken öffentlich-rechtlichen Sendern sind sechs private Vollprogramme am Markt. Das Angebot an Pay-TV und Spartenkanälen ist demzufolge unterentwickelt, der Start des digitalen Fernsehens verläuft nicht erst seit dem Verbot der Bertelsmann-Kirch Allianz schleppend.
Wo früher durch langfristige Output-Deals vor allem US-Ware versendet wurde, hat sich längst eine Wende hin zur Eigenproduktion vollzogen, von der Daily Soap bis zum TV-Movie heißt der Trend "Made in Germany". Seit der Zulassung privater Sender konnten sich neue Medienstandorte etablieren, Nordrhein-Westfalen rückte im Bereich Fernsehproduktionen vor traditionelle Hochburgen wie Hamburg, Berlin und München. Doch Medienpolitik wird in Deutschland als Standortpolitik betrieben, Städte und Regionen konkurrieren heftig, übergreifende Konzepte haben wenig Chancen.
Neben Zuschauern und Einschaltquoten rückt jetzt zusätzlich der Kurszettel ins Bild, Medienunternehmen müssen auch an der Börse bestehen. Der Sender ProSieben machte 1997 den Anfang. Das Wohl der Aktionäre, der Shareholder Value wird so wesentlicher Erfolgsfaktor auch in der Medienindustrie. Bisher Stand das Reizwort für kurzfristige Gewinnmaximierung und Arbeitsplatzvernichtung. Zu Unrecht, wie die internationale Unternehmensberatung Price Waterhouse nachweisen will: Wertorientiertes Management steigere nicht nur den Börsenkurs, sondern schaffe noch Arbeitsplätze, auch in der Medienindustrie. Unstrittig ist: Programmanbieter müssen ihr jeweiliges Profil schärfen und am Zuschauermarkt etablieren, andererseits müssen sie auch kostengünstig arbeiten. Wie sich solche Strategien auf Programmqualität und -vielfalt auswirken, muß sich noch zeigen. Vor allem die öffentlich-rechtlichen Sender machen unter Slogans wie "Für die Gesellschaft - nicht nur für die Gesellschafter" bereits gegen Shareholder Value Front. In Zusammenarbeit mit Price Waterhouse bietet das Seminar einen kompakten Überblick über den deutschen Fernsehmarkt vor allem für internationale Medienprofis. ______________________________________________________________________________________
9.30 Uhr - 10.00 Uhr
Internationale Trends: Think Local, Act Global
Einleitungsreferat
Claudio Wieland, Partner, Price Waterhouse Corporate Finance Beratung GmbH, Berlin ______________________________________________________________________________________
10.00 Uhr - 11.15 Uhr
Der deutsche TV-Markt. Facts, Figures, Mentalitäten
kurze Überblicksreferate
Prof. Dr. Georg Feil, Geschäftsführer, Colonia Media, Köln
Programmbedarf
Markus Schächter, Programmdirektor, ZDF, Mainz
Volker Szezinski, Leiter Programmplanung, SAT.1, Berlin
Medienstandorte
Frank Thomsen, Medienredaktion, Stern, Hamburg ______________________________________________________________________________________
11.15 Uhr - 11.30 Uhr Kaffeepause ______________________________________________________________________________________
11.30 Uhr - 12.30 Uhr
Internationale Erfahrungen im deutschen TV-Markt
Statements und Podium
Moderation: Sharon Swart, European Editor Special Reports, Variety, London
Jean-Michel Ciszewski, President, Alliance Television International, London
Olivier-René Veillon, General Manager, TV France International, Paris
Andrea Wonfor, Joint Managing Director, Granada Productions, Manchester
Sandra Kresch, Partner, EMC, Price Waterhouse, New York
Christian Rottmann, Geschäftsführer, Endemol Entertainment, Köln ______________________________________________________________________________________
12.30 Uhr - 14.00 Uhr Mittagspause ______________________________________________________________________________________
14.00 Uhr - 14.30 Uhr
»Survival of the Fittest?«
Keynote
Greg Dyke, CEO, Pearson Television, London ______________________________________________________________________________________
14.30 Uhr - 15.00 Uhr
Shareholder Value in Entertainment and Media in Germany
Keynote
Andreas Hanitsch, Managing Partner EMC, Price Waterhouse, Düsseldorf ______________________________________________________________________________________
15.00 Uhr - 15.30 Uhr Kaffeepause ______________________________________________________________________________________
15.30 Uhr - 16.00 Uhr
Zwischen Aktienkurs und Quote
Lothar Lanz, Mitglied des Vorstands, ProSieben Media AG, Unterföhring ______________________________________________________________________________________
16.00 Uhr - 17.00 Uhr
Shareholder Value vs. Programm?
Podium
Jan Körbelin, Programmdirektor, ProSieben, Unterföhring
Prof. Dr. Hansjürgen Rosenbauer, Intendant, ORB, Potsdam
Hans Mahr, Chefredakteur, RTL Television, Köln
Andreas Hanitsch, Managing Partner EMC, Price Waterhouse, Düsseldorf
Wolf Bauer, Vorsitzender der Geschäftsführung, Ufa Film & TV Produktion, Potsdam Babelsberg